✦ Kurzantwort

Memory Foam Kissen passen sich durch Körperwärme an — ideal bei Nackenschmerzen. Nachteil: Spürbar wärmer als Kissen mit Klimaregulierung. Bei einem Raumgewicht unter 50 kg/m³ verliert der Schaum schnell seine Stützwirkung. Für Schwitzer empfehlen wir klimaregulierende Alternativen.

Kurz & knapp: Memory Foam Kissen — lohnt es sich?

Memory Foam Kissen bieten hervorragende Druckentlastung und passen sich exakt an Kopf- und Nackenform an. Die zwei grössten Nachteile: Wärmestau (vor allem im Sommer) und keine Waschbarkeit des Kerns. Für Seitenschläfer mit HWS-Problemen kann sich ein hochwertiges Modell mit Raumgewicht ab RG 50 lohnen. Wer nachts schwitzt oder Wert auf Hygiene legt, fährt mit einem klimaregulierten Faserkissen besser.

Memory Foam Kissen sind seit Jahren ein Verkaufsschlager — kaum ein Kissentest kommt ohne sie aus. Die Versprechen klingen überzeugend: druckentlastend, konturanpassend, schmerzlindernd. Doch zwischen Marketing und Schlaf-Realität klafft oft eine Lücke. Viele Käufer sind nach wenigen Wochen ernüchtert, weil das Kissen Wärme staut oder einen unangenehmen Geruch verströmt.

In diesem ehrlichen Test klären wir, was Memory Foam wirklich kann, wo die Grenzen liegen und für wen sich die Investition lohnt. Wir vergleichen Visco-Schaum mit Latex, Daunen und modernen Faserkissen — und zeigen, welche Alternative für dein Schlafprofil die bessere Wahl sein könnte.

Was ist Memory Foam? Die NASA-Technologie im Kissen

Memory Foam — auch Memoryschaum, Visco-Schaum oder viskoelastischer Schaum genannt — wurde in den 1960er Jahren von der NASA entwickelt. Das ursprüngliche Ziel: Astronauten bei Start und Landung vor extremen Druckkräften schützen. Der Schaum sollte den Druck gleichmässig über den gesamten Körper verteilen, statt punktuell zu belasten.

In den 1990er Jahren fand die Technologie ihren Weg in die Matratzen- und Kissenindustrie. Seitdem hat sich Memory Foam zum meistverkauften Kissenmaterial in der ergonomischen Schlafbranche entwickelt — nicht ohne Grund, aber auch nicht ohne Schwächen.

So funktioniert viskoelastischer Schaum

Memory Foam reagiert auf zwei Reize gleichzeitig: Druck und Wärme. Wenn du deinen Kopf auf ein Memory Foam Kissen legst, erwärmt deine Körperwärme den Schaum an den Kontaktstellen. Das Material wird weicher und gibt nach — es „erinnert" sich an die Form deines Kopfes und Nackens. Sobald du den Kopf hebst, kühlt der Schaum ab und kehrt langsam in seine Ursprungsform zurück.

Dieses Verhalten nennt sich viskoelastisch: „viskos" beschreibt die langsame, zähflüssige Verformung, „elastisch" die Rückstellung in die Ausgangsform. Anders als bei einem Federkissen, das sofort zurückfedert, braucht Memory Foam einige Sekunden bis Minuten für die vollständige Rückstellung. Diese Trägheit ist gleichzeitig seine grösste Stärke (Druckentlastung) und seine grösste Schwäche (langsame Anpassung bei Positionswechseln).

Raumgewicht (RG) — die wichtigste Kennzahl

Das Raumgewicht gibt an, wie viel Kilogramm Schaum pro Kubikmeter verarbeitet wurden. Es ist die entscheidende Qualitätskennzahl bei Memory Foam Kissen und wird in kg/m³ angegeben. Je höher das Raumgewicht, desto dichter, langlebiger und hochwertiger der Schaum.

Raumgewicht Qualitätsstufe Lebensdauer Preisklasse
RG 30–40 Einstieg / Budget 1–2 Jahre 15–30 €
RG 40–50 Mittelklasse 2–4 Jahre 30–60 €
RG 50–60 Gehoben 4–6 Jahre 60–100 €
RG 60–80 Premium 6–8 Jahre 80–150 €

Unsere Empfehlung: Greife mindestens zu RG 50. Kissen mit RG 30–40 verlieren innerhalb weniger Monate ihre Stützkraft und werden flach. Was als „Memory Foam Kissen" für 19,99 € bei Amazon angeboten wird, hat meist ein Raumgewicht von RG 25–35 — das ist kein hochwertiger Visco-Schaum, sondern billiger Polyurethanschaum mit Memory-Foam-Etikett.

Tipp:

Achte beim Kauf darauf, dass das Raumgewicht explizit angegeben ist. Seriöse Hersteller nennen den RG-Wert offen. Fehlt die Angabe, ist das fast immer ein Warnsignal für minderwertige Qualität.

Die Vorteile von Memory Foam Kissen

Trotz aller Kritik, die wir gleich noch ansprechen: Memory Foam hat echte Stärken, die andere Materialien so nicht bieten. Hier sind die drei wichtigsten.

1. Herausragende Druckentlastung

Memory Foam verteilt das Gewicht deines Kopfes gleichmässiger als jedes andere Kissenmaterial. Statt den Druck auf wenige Punkte zu konzentrieren (wie ein zu festes Kissen), sinkt dein Kopf sanft ein und wird über eine grosse Fläche gestützt. Das Ergebnis: weniger Druckstellen, weniger Durchblutungsstörungen, weniger Taubheitsgefühle.

Dieser Effekt ist besonders relevant für Menschen mit Nackenschmerzen oder HWS-Beschwerden. Die gleichmässige Druckverteilung reduziert die muskuläre Spannung im Nackenbereich und kann bestehende Verspannungen über Nacht lindern — vorausgesetzt, die Kissenhöhe stimmt.

2. Individuelle Konturanpassung

Kein Kopf ist wie der andere. Memory Foam formt sich exakt nach deiner individuellen Kopf- und Nackengeometrie — ohne dass du das Kissen kneten, falten oder zurechtrücken musst. Anders als bei Daunen- oder Faserkissen, die du ständig aufschütteln musst, passt sich Visco-Schaum automatisch an.

Für Rückenschläfer bedeutet das: Der Hinterkopf sinkt kontrolliert ein, während der Nackenbereich gestützt wird. Für Seitenschläfer füllt der Schaum den Raum zwischen Schulter und Kopf aus und hält die Halswirbelsäule in einer geraden Linie.

3. Langlebigkeit bei hohem Raumgewicht

Ein Memory Foam Kissen mit RG 50+ behält seine Stützeigenschaften deutlich länger als vergleichbare Daunen- oder Faserkissen. Während ein Daunenkissen nach 2–3 Jahren merklich an Bauschkraft verliert, kann ein hochwertiger Visco-Kern 5–6 Jahre seine Form halten. Langfristig kann sich ein teureres Kissen also durchaus rechnen.

Die Nachteile von Memory Foam Kissen — der ehrliche Teil

Und hier wird es interessant. Denn genau über diese Punkte schweigen die meisten Hersteller-Testberichte. Wir nicht.

1. Wärmestau — das grösste Problem

Memory Foam braucht Wärme, um zu funktionieren. Das Material wird erst durch deine Körperwärme weich und anpassungsfähig. Der Nachteil: Es speichert diese Wärme auch. Die dichte, offenzellige Struktur lässt Luft nur langsam zurückströmen. Das Resultat ist ein Wärmestau, den viele Schläfer als unangenehm empfinden — besonders im Sommer oder in geheizten Schlafzimmern.

Hersteller versuchen diesem Problem mit Gel-Einlagen, Belüftungskanälen oder Kupferpartikeln entgegenzuwirken. Diese Lösungen bringen eine Verbesserung, lösen das Grundproblem aber nicht: Memory Foam ist und bleibt ein wärmespeicherndes Material. Wer nachts zum Schwitzen neigt, wird mit Visco-Schaum selten glücklich.

2. Chemischer Geruch (Offgassing)

Frisch ausgepackte Memory Foam Kissen riechen. Teilweise deutlich. Dieser Geruch stammt von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die beim Herstellungsprozess entstehen und nach dem Auspacken ausgasen. Bei hochwertigen Kissen mit OEKO-TEX-Zertifizierung sind diese Stoffe gesundheitlich unbedenklich — aber der Geruch kann trotzdem 3–7 Tage anhalten.

Bei günstigen Produkten ohne Zertifizierung kann der Geruch deutlich intensiver ausfallen und länger bestehen. Lüfte ein neues Memory Foam Kissen immer mindestens 48 Stunden aus, bevor du darauf schläfst.

3. Nicht waschbar

Memory Foam darf nicht in die Waschmaschine. Wasser zerstört die Zellstruktur des Schaums — das Kissen quillt auf, trocknet ungleichmässig und verliert seine Stützeigenschaften. Auch Handwäsche ist nicht empfohlen. In der Praxis bedeutet das: Du kannst nur den Bezug waschen, nicht den Kern.

Für Allergiker und hygienebewusste Schläfer ist das ein echtes Problem. In einem nicht waschbaren Kissen sammeln sich über Monate Hautschuppen, Schweiss und Hausstaubmilben an. Milbenschutzbezüge helfen, sind aber nur eine Teillösung. Ein Kissen, das komplett bei 60°C waschbar ist, bietet hier einen klaren Hygienevorteil.

4. Temperaturabhängige Härte

Bei niedrigen Raumtemperaturen (unter 18°C) wird Memory Foam spürbar härter. Das Kissen fühlt sich dann fest und wenig anpassungsfähig an — genau das Gegenteil von dem, was du erwartest. Erst wenn deine Körperwärme den Schaum erreicht, wird er weicher. Das kann in den ersten Minuten im Bett unangenehm sein.

Wer die ideale Schlaftemperatur von 16–18°C einhält, muss mit diesem Effekt rechnen. Ein Kissen, das seine Eigenschaften unabhängig von der Raumtemperatur behält, ist hier im Vorteil.

5. Träge Rückstellung

Memory Foam reagiert langsam. Wenn du dich nachts drehst — von der Seitenlage auf den Rücken zum Beispiel — braucht das Kissen mehrere Sekunden, bis es sich an die neue Position angepasst hat. In dieser Übergangsphase stützt es nicht optimal. Wechselschläfer, die sich häufig drehen, spüren das deutlich.

6. Hohes Gewicht

Ein hochwertiges Memory Foam Kissen wiegt je nach Grösse und Raumgewicht zwischen 1,0 und 2,0 kg. Zum Vergleich: Ein Faserkissen gleicher Grösse wiegt 400–700 g. Das Gewicht macht das Kissen unhandlich beim Beziehen, Aufschütteln (geht ohnehin nicht) und Waschen des Bezugs.

Memory Foam vs. Latex vs. Daunen vs. Faser — der grosse Vergleich

Kein Kissenmaterial ist perfekt. Die folgende Tabelle zeigt die Stärken und Schwächen der vier gängigsten Materialien im direkten Vergleich.

Kriterium Memory Foam Latex Daunen Faser (mit Kühlung)
Druckentlastung Sehr gut Gut Gering Gut
Konturanpassung Sehr gut Gut (elastisch) Mässig Gut
Schlafklima Schlecht (W��rmestau) Gut (offenporig) Gut (feuchtigkeitsreg.) Sehr gut (aktive Kühlung)
Waschbarkeit Nur Bezug Nur Bezug Bedingt (Spezialwaschgang) Komplett bei 60°C
Reaktionszeit Langsam (3–5 Sek.) Sofort Sofort Sofort
Allergikereignung Bedingt Gut (sofern keine Latexallergie) Schlecht (Milben, Federn) Sehr gut
Langlebigkeit 3–6 Jahre 5–8 Jahre 2–4 Jahre 3–5 Jahre
Gewicht Schwer (1–2 kg) Schwer (1–2 kg) Leicht (300–600 g) Leicht (400–700 g)
Temperaturabhängigkeit Stark (wird hart bei Kälte) Gering Keine Keine
Preisniveau 30–120 € 50–150 € 40–200 € 30–130 €
Ideal für HWS-Probleme, Rückenschläfer Langlebigkeit, Seitenschläfer Weich-Schläfer, Tradition Schwitzer, Allergiker, Wechselschläfer

Fazit aus dem Vergleich:

Memory Foam gewinnt bei der Druckentlastung — verliert aber in fast allen anderen Kategorien. Vor allem beim Schlafklima und der Hygiene haben moderne Faserkissen mit Kühlungstechnologie einen deutlichen Vorsprung.

Raumgewicht erklärt: Warum RG entscheidend ist

Das Raumgewicht (RG) ist bei Memory Foam Kissen der mit Abstand wichtigste Qualitätsindikator — wichtiger als der Preis, wichtiger als der Markenname. Trotzdem wird er von den meisten Käufern ignoriert oder nicht verstanden.

Was genau bedeutet Raumgewicht?

Das Raumgewicht gibt die Dichte des Schaums an: Wie viel Kilogramm Material stecken in einem Kubikmeter Schaum? Ein Kissen mit RG 50 hat 50 kg Rohmaterial pro Kubikmeter Schaumvolumen. Je mehr Material verwendet wird, desto dichter, formstabiler und langlebiger ist der Schaum.

Warum billige Memory Foam Kissen schnell durchliegen

Ein Memory Foam Kissen mit RG 30 enthält fast halb so viel Material wie eines mit RG 50 — bei gleicher Grösse. Die Folge: Die Zellstruktur ist schwächer, der Schaum gibt schneller dauerhaft nach und verliert seine Rückstellkraft. Nach 6–12 Monaten hat das Kissen eine permanente Mulde, die Stützwirkung geht verloren.

Das ist der Grund, warum die 19,99-€-Memory-Foam-Kissen bei Amazon nach einem halben Jahr flach sind. Es liegt nicht am Konzept Memory Foam — es liegt am minderwertigen Raumgewicht.

RG-Empfehlung nach Budget

  • Minimum für spürbaren Memory-Effekt: RG 40
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: RG 50
  • Premium-Qualität: RG 60+
  • Finger weg: Alles unter RG 35 — das ist kein Memory Foam, das ist Schaum mit Marketingversprechen

Für wen eignet sich ein Memory Foam Kissen?

Memory Foam ist kein Universalkissen. Es hat ein klar definiertes Einsatzgebiet, in dem es brilliert — und Situationen, in denen es die falsche Wahl ist.

Memory Foam ist gut geeignet für:

Seitenschläfer mit Nackenproblemen: Die Kombination aus Druckentlastung und Konturanpassung ist ideal, um den empfindlichen HWS-Bereich in der Seitenlage zu stützen. Voraussetzung: die richtige Kissenhöhe (11–13 cm für Seitenschläfer). Ein zu flaches oder zu hohes Memory Foam Kissen verschlechtert die Situation.

Rückenschläfer: In der Rückenlage entfaltet Memory Foam seine Stärken am besten. Der Hinterkopf sinkt kontrolliert ein, die Nackenzone wird gestützt, die Wirbelsäule bleibt neutral. Ideale Höhe: 8–10 cm.

Menschen mit chronischen Druckbeschwerden: Wer morgens regelmässig mit Druckstellen, Taubheitsgefühlen oder Spannungskopfschmerzen aufwacht, profitiert von der gleichmässigen Druckverteilung. Memory Foam eliminiert die Druckspitzen, die bei zu festen oder falsch geformten Kissen entstehen.

Memory Foam ist NICHT geeignet für:

Menschen die nachts schwitzen: Wenn du regelmässig mit nassem Nacken oder feuchtem Haaransatz aufwachst, wird Memory Foam dein Problem verschärfen, nicht lösen. Der Wärmestau des Materials verstärkt die Schweissproduktion — ein Teufelskreis. Hier ist ein Kissen mit aktiver Klimaregulierung die bessere Wahl.

Allergiker und hygienebewusste Schläfer: Memory Foam Kerne sind nicht waschbar. In Kombination mit dem warmen, feuchten Milieu (Schweiss + Wärme) entsteht ein idealer Nährboden für Hausstaubmilben. Allergiker brauchen ein Kissen, das komplett bei mindestens 60°C gewaschen werden kann — das schliesst Memory Foam aus.

Bauchschläfer: In der Bauchlage braucht man ein möglichst flaches, weiches Kissen. Memory Foam Kissen sind in der Regel zu hoch und zu fest für diese Position. Der Schaum drückt den Kopf in eine unnatürliche Überstreckung. Mehr dazu in unserem Bauchschläfer Kissen Ratgeber.

Wechselschläfer: Wer sich nachts häufig dreht, braucht ein Kissen mit sofortiger Rückstellung. Die träge Reaktion von Memory Foam bedeutet, dass du nach jedem Positionswechsel mehrere Sekunden in einem suboptimal gestützten Kissen liegst. Faserkissen und Latex reagieren hier deutlich schneller.

Kälteempfindliche Schläfer / kühle Schlafzimmer: Bei Raumtemperaturen unter 18°C wird Memory Foam merklich härter. Die druckentlastende Wirkung setzt erst ein, wenn sich das Material durch deine Körperwärme aufgewärmt hat — das kann einige Minuten dauern.

Die Alternative: Kissen mit aktiver Klimaregulierung

Was, wenn du die Vorteile von Memory Foam willst — Druckentlastung, Konturanpassung — aber ohne Wärmestau und mit vollständiger Waschbarkeit? Genau diese Frage hat uns bei VIGILLES zur Entwicklung des AURA Kissens geführt.

Moderne Fasertechnologie vs. Visco-Schaum

Die neueste Generation von Kissentechnologien setzt nicht mehr auf Schaum, sondern auf hochentwickelte Hohlfasern mit integrierter Kühlungsfunktion. Diese Fasern leiten Wärme aktiv vom Kopf- und Nackenbereich weg — nicht nur in den ersten 20 Minuten wie bei Gelschaum, sondern kontinuierlich durch permanenten Wärmetransport.

Anders als Memory Foam reagieren Faserkissen sofort auf Positionswechsel. Kein Warten auf die Rückstellung, keine Übergangsphase ohne Stützung. Und der entscheidende Vorteil: Das gesamte Kissen ist bei 60°C waschbar — nicht nur der Bezug.

Die klimaregulierte Alternative zu Memory Foam

Das VIGILLES AURA Nackenkissen kombiniert CoolAge-Kühlung mit ergonomischer Stützung — in drei Höhen für jede Schlafposition. Druckentlastung ohne Wärmestau, komplett waschbar bei 60°C.

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VIGILLES AURA vs. Memory Foam im Direktvergleich

Eigenschaft Memory Foam Kissen VIGILLES AURA
Druckentlastung Sehr gut Gut bis sehr gut
Schlafklima Warm bis heiss Aktiv temperiert (Hohlfaser-Kühlung)
Waschbarkeit Nur Bezug Komplett bei 60°C
Reaktion auf Positionswechsel Langsam (3–5 Sek.) Sofort
Höhenoptionen Meist nur 1 Höhe 3 Höhen (8/10/13 cm)
Allergikereignung Bedingt Sehr gut (60°C waschbar)
Temperaturabhängigkeit Stark (hart bei Kälte) Keine
Gewicht 1,0–2,0 kg ca. 600 g
Herstellung Meist Asien Made in Germany

Für wen sich der Umstieg lohnt

Wenn du aktuell ein Memory Foam Kissen nutzt und mit einer dieser Situationen kämpfst, lohnt sich der Wechsel:

  • Du wachst nachts auf, weil dein Kopf zu warm wird
  • Du drehst dich häufig und fühlst dich beim Positionswechsel schlecht gestützt
  • Du hast Allergien und wünschst dir ein komplett waschbares Kissen
  • Du schläfst bei unter 18°C und dein Kissen fühlt sich anfangs steinhart an
  • Du möchtest dein Kissen regelmässig bei hohen Temperaturen waschen können

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Checkliste: So findest du das richtige Kissen

Egal ob du dich für Memory Foam oder eine Alternative entscheidest — diese fünf Fragen helfen dir bei der Wahl:

  1. Welche Schlafposition hast du hauptsächlich? Seitenschläfer brauchen mehr Stützung (11–13 cm), Rückenschläfer weniger (8–10 cm). Mehr Details findest du in unserem Kopfkissen Test 2026.
  2. Schwitzt du nachts? Falls ja, ist Memory Foam die falsche Wahl. Setze auf ein Kissen mit aktiver Klimaregulierung.
  3. Hast du Allergien? Dann brauchst du ein Kissen, das komplett bei mindestens 60°C waschbar ist.
  4. Drehst du dich häufig? Wechselschläfer brauchen ein Kissen mit sofortiger Rückstellung — Memory Foam ist zu träge.
  5. Wie ist dein Budget? Bei Memory Foam: mindestens RG 50 kaufen, sonst lohnt es sich nicht. Das bedeutet realistisch 60–100 €.

Unsicher, welches Kissen zu dir passt? Nutze unsere kostenlose Schlafberatung — wir helfen dir, das richtige Kissen für deine Schlafposition und deine Bedürfnisse zu finden.

Memory Foam Kissen pflegen: Was du beachten musst

Die Pflege eines Memory Foam Kissens ist eingeschränkter als bei anderen Kissentypen. Hier die wichtigsten Regeln:

  • Nicht waschen. Weder Maschine noch Handwäsche. Wasser zerstört die Zellstruktur.
  • Bezug regelmässig waschen. Mindestens alle 2 Wochen bei 60°C.
  • Regelmässig lüften. Lege das Kissen wöchentlich für 1–2 Stunden an die frische Luft (nicht in die Sonne — UV-Strahlung zersetzt den Schaum).
  • Flecken nur punktuell behandeln. Mit einem leicht feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel abtupfen. Nie durchnässen.
  • Nicht zusammenpressen. Lagere Memory Foam Kissen immer flach und unkomprimiert. Dauerhafte Kompression beschädigt die Zellstruktur.
  • Lebensdauer beachten. Nach 3–5 Jahren (je nach RG) verliert auch hochwertiger Memory Foam seine Stützwirkung. Wenn du eine permanente Mulde spürst, ist es Zeit für einen Wechsel.

Mehr Tipps zur Kissenpflege findest du in unserem Bettwaren Waschen Komplett-Guide.

Häufig gestellte Fragen zu Memory Foam Kissen

Ist Memory Foam gesundheitsschädlich?

Hochwertiger Memory Foam mit OEKO-TEX-Zertifizierung ist gesundheitlich unbedenklich. Die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die den typischen Neugeruch verursachen, sind bei zertifizierten Produkten in unbedenklichen Mengen vorhanden und verflüchtigen sich nach 3–7 Tagen. Bei Billigprodukten ohne Zertifizierung solltest du vorsichtiger sein — hier können höhere Schadstoffkonzentrationen auftreten.

Wie lange hält ein Memory Foam Kissen?

Die Lebensdauer hängt direkt vom Raumgewicht ab. Kissen mit RG 30–40 halten 1–2 Jahre, mit RG 50 etwa 4–6 Jahre, mit RG 60+ bis zu 8 Jahre. Wenn sich eine permanente Mulde bildet und das Kissen nicht mehr in seine Ausgangsform zurückkehrt, ist die Stützwirkung verloren und du solltest es ersetzen.

Kann ich ein Memory Foam Kissen in der Waschmaschine waschen?

Nein. Memory Foam darf weder in die Waschmaschine noch per Hand gewaschen werden. Wasser zerstört die viskoelastische Zellstruktur dauerhaft. Du kannst nur den abnehmbaren Bezug waschen. Für ein komplett waschbares Kissen musst du auf Faserkissen oder spezielle waschbare Materialien ausweichen.

Warum wird mein Memory Foam Kissen nachts so warm?

Memory Foam hat eine offenzellige Struktur, die Wärme speichert statt sie abzuleiten. Das Material braucht deine Körperwärme, um sich anzupassen — speichert sie dann aber auch. Gel-Einlagen oder Belüftungskanäle verbessern das leicht, lösen das Grundproblem aber nicht. Wer Kühlung braucht, sollte auf ein Kissen mit aktiver Klimaregulierung umsteigen.

Welches Raumgewicht sollte ein gutes Memory Foam Kissen haben?

Mindestens RG 50 für ein Kissen mit spürbarem Memory-Effekt und akzeptabler Lebensdauer. RG 60+ ist Premium-Qualität. Alles unter RG 40 ist in der Regel minderwertig und verliert innerhalb weniger Monate seine Stützwirkung. Achte darauf, dass der RG-Wert vom Hersteller explizit angegeben wird.

Memory Foam Kissen für Seitenschläfer — ja oder nein?

Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Das Kissen muss die richtige Höhe haben (11–13 cm je nach Schulterbreite), das Raumgewicht sollte mindestens RG 50 betragen, und du solltest kein Problem mit Wärmeentwicklung am Nacken haben. Wenn du nachts schwitzt, ist ein Seitenschläfer-Kissen mit Kühlung die bessere Wahl.

Was ist besser: Memory Foam oder Latex?

Latex ist atmungsaktiver, langlebiger und reagiert sofort auf Positionswechsel. Memory Foam bietet eine bessere Druckentlastung und individuellere Konturanpassung. Für Schwitzer und Wechselschläfer ist Latex besser, für Rückenschläfer mit HWS-Problemen hat Memory Foam die Nase vorn. Wer beides vereinen will — Druckentlastung plus Kühlung — fährt mit einem modernen Faserkissen mit Kühlungstechnologie am besten.