✦ Kurzantwort

Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 16–18°C. An heißen Tagen: Fenster tagsüber geschlossen halten und ab 22 Uhr querlüften senkt die Raumtemperatur um bis zu 5°C. Zusätzlich hilft eine kühlende Bettdecke mit TENCEL-Bezug gegen nächtliches Schwitzen.

Kurz & knapp: Schlafzimmer kühlen

Die optimale Schlaftemperatur liegt bei 16–18 °C. Im Sommer erreichst du sie durch Querlüften nach Sonnenuntergang, Verdunkelung tagsüber, feuchte Tücher vor dem Ventilator und eine atmungsaktive Sommerdecke. Elektronische Geräte erzeugen Abwärme und gehören raus. Eine Bettdecke mit Kühlseite (CoolAge-Technologie) reguliert die Temperatur unter der Decke aktiv — statt nur passiv Feuchtigkeit abzuleiten.

Es ist Juli, 23 Uhr, und dein Schlafzimmer hat immer noch 27 °C. Du wälzt dich, schiebst die Decke weg, ziehst sie wieder hoch — und an Einschlafen ist nicht zu denken. Kommt dir das bekannt vor? Damit bist du nicht allein. In einer Forsa-Umfrage gaben 36 % der Deutschen an, im Sommer regelmäßig schlecht zu schlafen — Hauptgrund: Hitze im Schlafzimmer.

Die gute Nachricht: Du kannst dein Schlafzimmer auch ohne Klimaanlage effektiv kühlen. In diesem Ratgeber bekommst du 10 Tipps, die wirklich funktionieren — von sofort umsetzbaren Tricks bis zu langfristigen Lösungen. Dazu erfährst du, warum die richtige Bettdecke im Sommer genauso wichtig ist wie die Raumtemperatur selbst.

Warum Hitze den Schlaf massiv stört

Dein Körper folgt einem präzisen Rhythmus: Am Abend senkt er die Kerntemperatur um etwa 1–1,5 °C ab. Dieser Temperaturabfall ist das zentrale Signal für die Melatonin-Ausschüttung — das Hormon, das den Schlaf einleitet. Ohne diese Absenkung bleibt das Einschlafen aus oder verzögert sich deutlich.

Ist dein Schlafzimmer zu warm, kann der Körper die überschüssige Wärme nicht effizient über die Haut abgeben. Das Ergebnis: Er aktiviert seinen stärksten Kühlmechanismus — Schweiß. Du wachst auf, bist feucht, das Bettklima ist dahin. Aber es geht nicht nur ums Einschlafen. Studien der University of South Australia zeigen, dass Temperaturen über 24 °C die Tiefschlafphasen um bis zu 25 % reduzieren. Weniger Tiefschlaf bedeutet: schlechtere Regeneration, beeinträchtigte Gedächtniskonsolidierung und morgens das Gefühl, kaum geschlafen zu haben.

Die Schlafforschung ist sich einig: Die optimale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 18 °C. In diesem Bereich arbeitet deine Thermoregulation am effizientesten, und du erreichst die meisten Tiefschlafphasen. Das Problem im Sommer: Selbst nach Sonnenuntergang fallen die Temperaturen in vielen Wohnungen nicht unter 25 °C — besonders in Dachgeschosswohnungen, Altbauten mit schlechter Dämmung oder Räumen mit Südausrichtung.

Raumtemperatur Wirkung auf den Schlaf
16–18 °C Ideal — maximale Tiefschlafphasen, schnelles Einschlafen
19–21 °C Akzeptabel — leicht verkürzte Tiefschlafphasen
22–24 °C Beeinträchtigt — häufigeres Aufwachen, vermehrtes Schwitzen
Über 25 °C Stark gestört — bis zu 25 % weniger Tiefschlaf, Einschlafprobleme

10 Tipps zum Schlafzimmer kühlen — was wirklich hilft

Nicht jeder Trick funktioniert in jeder Wohnung gleich gut. Die folgenden 10 Methoden sind nach Wirksamkeit und Aufwand sortiert — von sofort umsetzbar bis langfristige Optimierung.

1. Querlüften: Die effektivste kostenlose Methode

Querlüften — also Fenster auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung gleichzeitig öffnen — ist die wirksamste Methode, um heiße Luft aus dem Schlafzimmer zu bekommen. Der Luftstrom sorgt dafür, dass die aufgestaute Warmluft innerhalb von 10 bis 15 Minuten ausgetauscht wird.

Der entscheidende Punkt: Lüfte nur, wenn die Außentemperatur unter der Raumtemperatur liegt. Im Sommer bedeutet das: Fenster tagsüber geschlossen halten und erst nach Sonnenuntergang oder in den frühen Morgenstunden öffnen. Zwischen 22 und 6 Uhr ist die Luft am kühlsten. Wer die Möglichkeit hat, lässt die Fenster die ganze Nacht offen — Durchzug über Nacht kann die Raumtemperatur um 3–5 °C senken.

Tipp:

Wenn du keine gegenüberliegenden Fenster hast, stelle einen Ventilator vor das geöffnete Fenster — mit der Rückseite nach draußen. So wird die warme Luft aktiv herausgeblasen und kühlere Luft strömt nach.

2. Rollläden und Verdunkelungsvorhänge: Hitze gar nicht erst reinlassen

Prävention ist effektiver als Reaktion. Bis zu 75 % der Wärme, die im Sommer in ein Schlafzimmer gelangt, kommt durch die Fenster ��� als direkte Sonneneinstrahlung. Rollläden, die tagsüber geschlossen bleiben, reduzieren die Aufheizung drastisch. Außenliegende Rollläden oder Raffstores sind dabei deutlich effektiver als innenliegende Vorhänge, weil sie die Strahlung abfangen, bevor sie das Glas erreicht.

Wenn du keine Rollläden hast: Verdunkelungsvorhänge mit thermischer Beschichtung (silberne Rückseite) reflektieren bis zu 60 % der Sonnenstrahlung. Hänge sie möglichst dicht am Fenster und achte darauf, dass sie seitlich abschließen — sonst strömt die warme Luft hinter dem Vorhang nach oben.

3. Feuchte Tücher und Schalen mit Eiswasser

Ein einfacher Physik-Trick: Wenn Wasser verdunstet, entzieht es der Umgebung Wärme. Hänge ein feuchtes Handtuch oder Bettlaken vor das geöffnete Fenster. Die durchströmende Luft wird beim Kontakt mit dem nassen Stoff abgekühlt — eine Art primitive Klimaanlage, die die gefühlte Temperatur um 2–4 °C senken kann.

Alternativ: Stelle eine flache Schale mit Eiswürfeln vor den Ventilator. Die Luft streicht über das Eis, kühlt ab und wird durch den Raum verteilt. Der Effekt hält je nach Eisemenge 1–2 Stunden — genug, um die kritische Einschlafphase zu überbrücken.

4. Ventilator richtig nutzen: Nicht auf den Körper richten

Ein Ventilator kühlt die Luft nicht — er bewegt sie. Der Kühleffekt entsteht durch die Beschleunigung der Verdunstung auf deiner Haut. Das fühlt sich angenehm an, kann aber Probleme verursachen: Direkter Luftstrom über Nacht trocknet Schleimhäute aus, kann Nackenverspannungen verursachen und bei empfindlichen Menschen Erkältungssymptome auslösen.

Besser: Richte den Ventilator gegen die Wand oder an die Decke, um eine indirekte Zirkulation zu erzeugen. Oder stelle ihn ans Fenster, um kühle Nachtluft hereinzuziehen. Ein Timer ist empfehlenswert — nach dem Einschlafen brauchst du den Ventilator meist nicht mehr, und das Geräusch kann in leichteren Schlafphasen stören.

5. Klimaanlage: Effektiv, aber mit Bedacht

Eine Klimaanlage ist natürlich die direkteste Lösung — aber nicht immer die beste. Neben dem hohen Energieverbrauch (ein durchschnittliches Split-Gerät verbraucht 1–1,5 kWh pro Stunde) können Klimaanlagen die Luft stark austrocknen und bei falscher Einstellung zu Zugluft und Erkältungen führen.

Wenn du eine Klimaanlage nutzt: Stelle sie auf maximal 6 °C unter der Außentemperatur ein. Ein größerer Unterschied belastet den Kreislauf. Schalte das Gerät 30 Minuten vor dem Schlafengehen ein und nutze den Sleep-Modus, der die Temperatur über Nacht langsam anhebt. Mobile Klimageräte mit Abluftschlauch sind weniger effizient als fest installierte Split-Geräte, aber eine Option für Mietwohnungen.

6. Leichte Bettwäsche: Das richtige Material macht den Unterschied

Dein Körper gibt jede Nacht bis zu 500 ml Feuchtigkeit ab — im Sommer deutlich mehr. Polyester-Bettwäsche staut diese Feuchtigkeit: Sie kann kaum Wasser aufnehmen, das Ergebnis ist ein feucht-klebriges Mikroklima auf der Haut. Naturfasern sind hier klar überlegen.

Für den Sommer eignen sich besonders:

  • Leinen: Extrem atmungsaktiv, fühlt sich kühl auf der Haut an, wird im Laufe der Nacht weicher. Nachteil: knittert stark.
  • TENCEL Lyocell: Nimmt 50 % mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle und leitet sie aktiv ab. Fühlt sich seidig-kühl an und ist hypoallergen.
  • Baumwoll-Perkal: Dicht gewebt, aber leicht und atmungsaktiv. Wird mit jeder Wäsche weicher. Für Sommer besser als Satin-Baumwolle.

Vermeide im Sommer Flanell, Biber und schwere Satin-Bettwäsche — sie isolieren zu stark und halten Wärme am Körper.

7. Kühlende Matratzenauflage: Die unterschätzte Lösung

Deine Matratze speichert Wärme — besonders Kaltschaum- und Viscoschaum-Matratzen. Eine kühlende Matratzenauflage (Topper) kann die Oberflächentemperatur der Matratze um 2–3 °C senken. Achte auf Auflagen aus Naturfasern wie Leinen oder TENCEL, oder auf Modelle mit Gel-Einlagen, die Wärme aktiv absorbieren.

Ein einfacher Trick ohne Ausgaben: Lege ein dünnes Baumwolllaken über die Matratze und verzichte in tropischen Nächten auf das Spannbettlaken. Weniger Schichten bedeuten weniger Wärmestau zwischen Körper und Matratze.

8. Lauwarm duschen vor dem Schlafengehen

Klingt paradox, funktioniert aber: Eine lauwarme Dusche (nicht eiskalt!) vor dem Schlafengehen senkt die Körpertemperatur effektiver als eine kalte. Der Grund: Lauwarmes Wasser weitet die Blutgefäße in der Haut. Nach der Dusche gibt der Körper überschüssige Wärme schneller ab — die Kerntemperatur sinkt, und das Einschlafen wird erleichtert.

Eine eiskalte Dusche bewirkt das Gegenteil: Die Blutgefäße verengen sich, der Körper fährt die Wärmeproduktion hoch, und du schwitzt danach noch mehr. Also: lauwarm, nicht kalt. 5 Minuten reichen, und der Effekt hält etwa 60–90 Minuten.

Tipp:

Alternativ: Lege deine Handgelenke für 30 Sekunden unter kühles (nicht eiskaltes) Wasser. An den Handgelenken liegen die Blutgefäße nah unter der Haut — die Kühlung erreicht den Kreislauf schnell und senkt die gefühlte Temperatur spürbar.

9. Elektronik aus dem Schlafzimmer verbannen

Fernseher, Computer, Ladegeräte und sogar das Smartphone im Standby erzeugen Abwärme. Ein Desktop-PC kann die Raumtemperatur um 1–2 °C erhöhen, ein Fernseher um bis zu 1 °C. In einem ohnehin warmen Schlafzimmer ist das der Unterschied zwischen schlafen und wachliegen.

Entferne alle nicht benötigten Geräte aus dem Schlafzimmer — oder schalte sie vollständig aus (nicht Standby). Wenn das Smartphone als Wecker dient, lege es nicht auf den Nachttisch, sondern auf den Boden oder ans Fenster, wo die Abwärme weniger stört. Auch Glühbirnen erzeugen deutlich mehr Wärme als LED-Lampen — ein Wechsel lohnt sich doppelt.

10. Die richtige Bettdecke: Der wichtigste Faktor

Die Raumtemperatur bestimmt, wie warm die Luft im Schlafzimmer ist. Aber die Temperatur unter der Bettdecke — das sogenannte Bettklima — wird von der Decke selbst bestimmt. Und genau dort schläfst du. Eine zu warme Bettdecke macht jede Raumkühlung zunichte.

Im Sommer brauchst du eine leichte Decke mit Wärmeklasse 1 oder 2, die Feuchtigkeit aktiv transportiert statt zu stauen. Materialien mit offenem Fasersystem — wie TENCEL Lyocell oder hochwertige Mikrofasern — lassen Wärme entweichen und halten das Mikroklima unter der Decke bei angenehmen 32–33 °C, statt es auf 35 °C+ aufzustauen.

Mehr dazu, wie du die richtige Decke findest, liest du in unserem Ratgeber Schwitzen unter der Bettdecke — die richtige Bettdecke finden.

Die richtige Bettdecke für den Sommer: Materialvergleich

Nicht jedes Material eignet sich gleich gut als Sommerbettdecke. Der Unterschied liegt in drei Eigenschaften: Feuchtigkeitsaufnahme, Wärmeableitung und Hautgefühl. Hier ein ehrlicher Vergleich der gängigsten Materialien:

Eigenschaft Leinen TENCEL Lyocell Baumwolle Polyester/Mikrofaser
Feuchtigkeitsaufnahme Sehr hoch (12 % des Eigengewichts) Sehr hoch (50 % mehr als Baumwolle) Gut (8 % des Eigengewichts) Sehr gering (< 1 %)
Kühleffekt Stark — fühlt sich sofort kühl an Spürbar kühl, seidig-glatt Neutral bis leicht warm Wärmestauend
Feuchtigkeitstransport Gut — trocknet schnell Exzellent — leitet aktiv ab Mittel — saugt, trocknet langsam Schlecht — Feuchtigkeit bleibt
Hautgefühl im Sommer Leicht rau, wird weicher mit der Zeit Seidig-glatt, angenehm kühl Weich, vertraut Klebt bei Feuchtigkeit
Pflegeleichtigkeit Knittert stark, muss nicht gebügelt werden Pflegeleicht, glatt nach dem Waschen Pflegeleicht, universell Sehr pflegeleicht
Preis Hoch Mittel bis hoch Günstig bis mittel Günstig

Fazit: Für den Sommer sind Leinen und TENCEL Lyocell die besten Materialien. Leinen punktet beim sofortigen Kühleffekt, TENCEL beim Feuchtigkeitsmanagement und Hautkomfort. Baumwolle ist ein solider Allrounder, aber bei starkem Schwitzen dem TENCEL unterlegen. Polyester solltest du im Sommer komplett vermeiden — es ist der häufigste Grund für Wärmestau unter der Decke.

Gut zu wissen:

Die optimale Schlaftemperatur hängt nicht nur von der Raumluft ab. Das Bettklima — also Temperatur und Luftfeuchtigkeit direkt unter der Decke — wird maßgeblich von Decke und Bettwäsche bestimmt. Selbst in einem 17-°C-Schlafzimmer kann es unter einer Polyester-Decke 36 °C warm werden.

VIGILLES CoolAge: Die Bettdecke mit Kühlseite

Klassische Sommerdecken arbeiten passiv: Sie lassen Wärme durch und transportieren Feuchtigkeit ab. Das ist gut, aber bei extremer Hitze oft nicht genug. Deshalb nutzt die VIGILLES AURA Kollektion eine Technologie, die einen Schritt weitergeht: CoolAge-Hohlfaser-Technologie.

Wie funktioniert das? In die Deckenfüllung sind spezielle Hohlfasern mit Luftkanälen eingearbeitet, die bei steigender Temperatur Wärme aktiv abtransportieren — und bei sinkender Temperatur isolierend wirken. Das Ergebnis: Die Temperatur unter der Decke bleibt in einem konstanten Wohlfühlbereich von 32–33 °C, ohne Überhitzungsspitzen.

Die AURA Bettdecke hat zusätzlich zwei Klimaseiten: eine kühlende Seite mit verstärkter CoolAge-Wirkung für den Sommer und eine wärmere Seite für die Übergangszeit. Du drehst die Decke einfach um — statt eine zweite Decke zu kaufen. In Kombination mit dem TENCEL-Bezug, der Feuchtigkeit aktiv ableitet, entsteht ein Schlafklima, das auch bei 28 °C Raumtemperatur noch angenehm bleibt.

Was die CoolAge-Technologie von reinen Naturfaserdecken unterscheidet: Sie reagiert proaktiv. Statt Feuchtigkeit erst abzuleiten, wenn du bereits schwitzt, verhindert sie das Überhitzen bevor es dazu kommt. Mehr zur Technologie erfährst du auf unserer Technologie-Seite.

Schlafzimmer zu warm? Die Bettdecke kann helfen.

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Schlafzimmer baulich optimieren: Langfristige Lösungen

Die Tipps oben helfen akut. Wenn du langfristig für ein kühles Schlafzimmer sorgen willst, lohnt sich ein Blick auf die baulichen Gegebenheiten. Nicht alles lässt sich in einer Mietwohnung umsetzen — aber manches schon.

Raumausrichtung und Fensterflächen

Schlafzimmer mit Süd- oder Westausrichtung heizen sich im Sommer am stärksten auf. Westfenster sind besonders tückisch, weil die tiefstehende Abendsonne direkt ins Zimmer scheint — genau dann, wenn du es kühl haben willst. Wenn du die Möglichkeit hast, dein Schlafzimmer zu wählen (etwa beim Umzug oder Hausbau), bevorzuge Räume mit Nord- oder Ostausrichtung.

Außenliegender Sonnenschutz

Außenjalousien, Raffstores oder Markisen sind die effektivste Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung. Sie halten die Sonnenstrahlung ab, bevor sie die Glasfläche erreicht und den Raum aufheizt. Der Unterschied zu innenliegenden Vorhängen ist erheblich: Außenliegender Sonnenschutz reduziert den Wärmeeintrag um bis zu 75 %, innenliegende Vorhänge nur um 25–40 %. In vielen Mietwohnungen können Außenrollläden nachgerüstet werden — sprich deinen Vermieter an.

Verdunkelungsfolien für Dachfenster

Dachgeschosswohnungen sind im Sommer besonders betroffen. Dachfenster lassen die Sonne fast senkrecht einfallen. Thermische Verdunkelungsfolien — von außen auf das Fenster geklebt — können den Wärmeeintrag um bis zu 80 % reduzieren. Innen angebrachte Plissees mit Thermobeschichtung sind eine Alternative, aber weniger effektiv.

Pflanzen als natürliche Klimaanlage

Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit durch Transpiration und können die gefühlte Temperatur leicht senken. Besonders effektiv sind großblättrige Pflanzen wie Bogenhanf (Sansevieria), Aloe Vera oder der Gummibaum. Bogenhanf hat den zusätzlichen Vorteil, dass er nachts CO2 aufnimmt und Sauerstoff abgibt — die meisten anderen Pflanzen tun das nur tagsüber.

Auf dem Balkon oder der Terrasse können Kletterpflanzen wie Wilder Wein oder Efeu eine natürliche Beschattung bilden, die den Wärmeeintrag durch angrenzende Fenster deutlich reduziert.

Deckenventilator: Die unterschätzte Dauerlösung

Ein Deckenventilator verbraucht nur einen Bruchteil der Energie einer Klimaanlage (ca. 50 Watt vs. 1.000–1.500 Watt) und erzeugt eine gleichmäßige Luftzirkulation ohne direkten Zuglufteffekt. Im Sommer sollte er gegen den Uhrzeigersinn laufen, um die kühlere Luft nach unten zu drücken. Moderne Modelle sind flüsterleise und stören den Schlaf nicht.

Tipp:

Die effektivste Kombination für heiße Sommernächte: Außenliegende Verdunkelung tagsüber + Querlüften nach Sonnenuntergang + Deckenventilator + atmungsaktive Bettdecke. Damit kannst du die gefühlte Schlaftemperatur um 6–8 °C senken — ohne Klimaanlage.

Checkliste: Schlafzimmer kühlen auf einen Blick

Hier nochmal alle Maßnahmen im Überblick — sortiert nach Wirksamkeit:

Maßnahme Wirkung Kosten Umsetzung
Querlüften nach Sonnenuntergang 3–5 °C Senkung Kostenlos Sofort
Rollläden/Verdunkelung tagsüber Verhindert Aufheizung um bis zu 75 % Kostenlos (wenn vorhanden) Sofort
Elektronik aus dem Schlafzimmer 1–2 °C Senkung Kostenlos Sofort
Feuchtes Tuch vor Fenster/Ventilator 2–4 °C gefühlte Senkung Kostenlos Sofort
Lauwarm duschen vor dem Schlafen Schnelleres Einschlafen Kostenlos Sofort
Atmungsaktive Bettwäsche (TENCEL/Leinen) Deutlich besseres Bettklima 40–100 € 1–3 Tage
Leichte Sommerdecke Bettklima-Temperatur 2–4 °C niedriger 80–230 € 1–3 Tage
Kühlende Matratzenauflage Oberfläche 2–3 °C kühler 50–150 € 1–3 Tage
Deckenventilator Gleichmäßige Kühlung, 50 W 80–250 € Installation nötig
Außenliegender Sonnenschutz Bis zu 75 % weniger Wärmeeintrag 200–2.000 € Montage nötig

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Häufig gestellte Fragen

Wie kühle ich mein Schlafzimmer ohne Klimaanlage?

Die effektivsten Methoden ohne Klimaanlage: Querlüften nach Sonnenuntergang (senkt die Temperatur um 3–5 °C), Rollläden oder Verdunkelungsvorhänge tagsüber geschlossen halten, feuchte Tücher vor den Ventilator hängen und elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer entfernen. In Kombination kannst du die gefühlte Temperatur um 6–8 °C senken.

Welche Temperatur sollte im Schlafzimmer herrschen?

Die optimale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 18 °C. In diesem Bereich kann dein Körper seine Kerntemperatur am effizientesten absenken, was tiefe Schlafphasen fördert. Ab 24 °C verschlechtert sich die Schlafqualität messbar — mit bis zu 25 % weniger Tiefschlaf.

Hilft ein Ventilator beim Schlafen im Sommer?

Ja, aber richtig eingesetzt. Richte den Ventilator nicht direkt auf deinen Körper — das trocknet Schleimhäute aus und kann Verspannungen verursachen. Besser: gegen die Wand oder Decke richten für indirekte Zirkulation, oder ans offene Fenster stellen, um kühle Nachtluft hereinzuziehen. Ein Timer verhindert Störungen in leichteren Schlafphasen.

Welche Bettdecke eignet sich für heiße Sommernächte?

Im Sommer brauchst du eine leichte Decke (Wärmeklasse 1–2) aus atmungsaktivem Material. TENCEL Lyocell und Leinen sind die besten Optionen. Noch effektiver sind Bettdecken mit CoolAge-Hohlfaser-Technologie, die die Temperatur unter der Decke aktiv regulieren — wie die VIGILLES AURA mit Kühlseite.

Soll ich bei Hitze ohne Bettdecke schlafen?

Besser nicht. Dein Körper braucht ein gewisses Maß an Bedeckung, um die Melatonin-Produktion aufrechtzuerhalten — das Gefühl von Schutz und leichtem Druck fördert das Einschlafen. Statt die Decke komplett wegzulassen, greife zu einer ultraleichten Sommerdecke oder einem dünnen Leinenlaken. So bleibt der Komfort erhalten, ohne Wärmestau.

Warum hilft eine kalte Dusche vor dem Schlafen nicht?

Eine eiskalte Dusche verengt die Blutgefäße in der Haut. Der Körper interpretiert das als Kältereiz und fährt die Wärmeproduktion hoch. Nach der Dusche schwitzt du deshalb sogar mehr als vorher. Eine lauwarme Dusche hingegen weitet die Blutgefäße — der Körper gibt danach schneller Wärme ab und die Kerntemperatur sinkt. Ideal: 5 Minuten lauwarm, etwa 60–90 Minuten vor dem Schlafengehen.

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